Massen-SMS versenden: So erreichst du hunderte Kunden auf einmal

Kommen wir direkt zum Punkt
Für Massen-SMS brauchst du drei Dinge. Eine Liste mit Nummern, deren Inhaber zugestimmt haben. Einen registrierten Absender. Und eine Plattform, die den Versand übernimmt. Der Versand selbst dauert dann Minuten. Eine SMS kostet in Österreich 4,2 Cent, in Deutschland 6,2 Cent.
Ein Punkt vorweg, der gerade eilt. Wer an österreichische Nummern sendet, muss seinen Absender bis zum 1. Oktober 2026 bei der RTR anmelden. Danach löschen die Netzbetreiber jede Nachricht mit einer Kennung, die nicht im Register steht. Dazu weiter unten ein eigener Abschnitt.
Was Massen-SMS sind und was nicht
Massen-SMS heißt: eine Nachricht, tausende Empfänger, ein Versand. Im Fachjargon heißt das A2P, Application to Person. Also von einem System an einen Menschen. Der Gegensatz dazu ist die normale SMS von Handy zu Handy.
Was Massen-SMS nicht sind: die Gruppennachricht aus deinem Telefon. Wer 500 Kunden über die Kontakte-App anschreibt, hat drei Probleme. Die Netzbetreiber drosseln oder sperren die Nummer, weil das Muster nach Spam aussieht. Deine Kunden sehen eine fremde Handynummer statt deines Firmennamens. Und es fehlt alles, was du brauchst: die Abmeldung, der Zustellstatus, der Nachweis der Zustimmung.
Der Umweg über eine Plattform ist also kein Komfort. Er ist die Bedingung dafür, dass die Nachrichten überhaupt ankommen.
Die drei Wege, Massen-SMS zu versenden
Es gibt drei Varianten, und die Wahl hängt weniger vom Budget ab als davon, ob der Versand manuell oder automatisch laufen soll.
1. Im Browser über eine Plattform
Du lädst deine Liste hoch oder wählst ein Segment aus. Text schreiben, Zeitpunkt setzen, senden. Kein Entwickler, keine Schnittstelle. Das ist der Weg für alle, die ihre Kampagnen von Hand planen. Also Angebote, Aktionen, Einladungen.
2. Über eine SMS API
Dein Shop, dein CRM oder deine Warenwirtschaft löst den Versand selbst aus. Bestellung eingegangen. Termin gebucht. Ware abholbereit. Kunde seit 90 Tagen still. Für jeden dieser Fälle geht die Nachricht von selbst raus. Einmal anbinden, danach läuft es ohne dich. Wer keine Entwickler im Haus hat, baut solche Abläufe heute mit Werkzeugen wie n8n.
3. Über einen Anbieter, der es für dich macht
Absender einrichten, Listen aufbauen, Kampagnen vorbereiten. Du gibst nur frei. Sinnvoll, wenn im Haus niemand Zeit dafür hat. Oder wenn der erste Aufbau schnell stehen soll.
In der Praxis mischen die meisten. Terminerinnerungen und Versandstatus laufen von selbst über die Schnittstelle. Die Angebote baut das Marketing von Hand. Bei helleo läuft beides über dasselbe Dashboard.
Was du brauchst, bevor die erste Nachricht rausgeht
1. Kontakte mit gültiger Zustimmung
Hier bleiben die meisten Projekte hängen, nicht an der Technik. Nummern aus dem Kassensystem oder aus alten Bestellungen darfst du nicht einfach bewerben. Es braucht eine Zustimmung. Und du musst sie nachweisen können.
Zwei Wege funktionieren am besten. Ein QR Code in der Filiale, der auf ein kurzes Formular führt. Und eine Checkbox im Checkout oder im Formular auf deiner Webseite. Beides ist schnell gebaut und liefert saubere Einträge. Nach sechs Jahren und rund 500.000 Kontakten empfehlen wir nur noch diese Kombination.
Klar melden sich so weniger Menschen an als über ein Gewinnspiel mit Zustimmung im Kleingedruckten. Dafür melden sich die richtigen an. Der Streuverlust sinkt. Und du zahlst nur für Empfänger, die deine Nachrichten wirklich wollen.
2. Ein Absender mit Namen
Statt einer Nummer steht dein Firmenname im Absenderfeld. Technisch heißt das alphanumerische Absenderkennung. Maximal elf Zeichen, ohne Leerzeichen und Sonderzeichen. Das hebt die Öffnungsrate spürbar. Der Empfänger sieht sofort, von wem die Nachricht kommt.
Eingerichtet wird die Kennung über deinen Versandpartner. Für Österreich musst du sie zusätzlich anmelden. Dazu gleich mehr.
3. Eine Plattform mit Zustellwegen
Sie verwaltet deine Listen, verschickt, nimmt Abmeldungen entgegen und meldet zurück, was angekommen ist. Achte auf drei Dinge. Wo liegen die Daten? Ist ein AV Vertrag dabei? Und werden Abmeldungen von selbst verarbeitet? Server in Deutschland oder Österreich ersparen dir im DACH Raum viele Diskussionen.
Neu: Registrierungspflicht für Absenderkennungen in Österreich
Das ist die größte Änderung im SMS Geschäft seit Jahren. Sie trifft jedes Unternehmen, das an österreichische Nummern sendet. Auch deutsche.
Der Grund: Betrüger haben jahrelang bekannte Firmennamen als Absender missbraucht. Deshalb führt die Behörde RTR jetzt ein Register aller erlaubten Absenderkennungen. Seit 1. Juli 2026 läuft es. Ab 1. Oktober 2026 gilt die Zustellregel. Die Mobilfunkanbieter fragen das Register täglich ab. Nachrichten mit einer Kennung, die nicht drinsteht, werden gelöscht. Rechtliche Grundlage ist die 10. Novelle der KEM-V.
Gelöscht heißt gelöscht. Keine Fehlermeldung. Keine Zustellung. Und das Geld für den Versand ist trotzdem weg.
Was das praktisch bedeutet
Angemeldet wird nicht direkt bei der RTR, sondern über deinen Versandpartner. Der reicht die Kennungen gebündelt ein.
Pro Markeninhaber gibt es ein Formular mit Firmenbuchnummer und Kontaktdaten, dazu eine Liste aller Kennungen mit Begründung.
Elf Zeichen sind das Maximum. Eine Kennung mit zwölf Zeichen wird abgelehnt. Du kürzt sie und reichst neu ein. Das kostet einen weiteren Durchlauf.
Die Prüfung dauert. Plane zwei bis drei Wochen ein, bei manchen Anbietern länger. Wer erst Ende September anfängt, sendet im Oktober nicht.
Das Register ist öffentlich. Wer drinsteht, steht dort mit Kennung und Inhaber im Open Data Portal der RTR.
In Deutschland gibt es bisher kein solches Register. Für den Versand nach Österreich hilft dir das aber nicht. Dort zählt die österreichische Regel.
Wir haben das gerade für mehrere Kennungen unserer Kunden durchlaufen. Du willst wissen, ob deine Absender betroffen sind? Schreib uns kurz. Das ist in zehn Minuten geklärt.
Was Massen-SMS kosten
Abgerechnet wird pro Nachricht. Der Preis hängt am Zielland.
- Österreich: 4,2 Cent pro SMS
- Deutschland: 6,2 Cent pro SMS
Ein Detail vergisst fast jede Kalkulation: Eine SMS fasst 160 Zeichen. Wird der Text länger, sind es zwei Nachrichten. Und du zahlst doppelt. Sobald ein Umlaut, ein Eurozeichen oder ein Emoji drinsteht, wechselt der Zeichensatz. Dann sind es nur noch 70 Zeichen. Aus einer Nachricht werden schnell drei. Ein einziges Wort kann deine Kampagne doppelt so teuer machen.
Was das für 5.000 Kontakte bedeutet:
- Eine Kampagne im Monat (5.000 Nachrichten): 210 Euro in Österreich, 310 Euro in Deutschland
- Zwei Kampagnen im Monat (10.000 Nachrichten): 420 Euro in Österreich, 620 Euro in Deutschland
- Vier Kampagnen im Monat (20.000 Nachrichten): 840 Euro in Österreich, 1.240 Euro in Deutschland
Ob sich das rechnet, hängt an deinem Warenkorb. Nicht am Preis pro Nachricht. Bei 50 Euro pro Einkauf reichen fünf zusätzliche Käufe für eine Kampagne an 5.000 Kontakte in Österreich.
Die rechtliche Seite in kurz
In Deutschland gilt Paragraf 7 UWG, in Österreich Paragraf 174 TKG. Beide sagen dasselbe. Werbung per SMS braucht die vorherige ausdrückliche Einwilligung. Ohne Zustimmung ist jede Nachricht abmahnfähig. Egal wie gut das Angebot ist.
Für Bestandskunden gibt es eine Ausnahme. In Deutschland steht sie in Paragraf 7 Absatz 3 UWG, in Österreich in Paragraf 174 Absatz 4 TKG. Beide verlangen vier Punkte, und zwar alle vier gleichzeitig.
- Die Nummer stammt aus einem Verkauf. Du hast sie beim Verkauf einer Ware oder einer Dienstleistung bekommen. Aus einem Gewinnspiel oder einer Anfrage reicht sie nicht.
- Du bewirbst eigene, ähnliche Produkte. Ein Schuhhändler darf für Schuhe werben, nicht für eine Versicherung. An diesem Wort scheitern die meisten Fälle vor Gericht.
- Der Kunde hat nie widersprochen. In Österreich zählt dazu auch der Eintrag in der ECG Liste, die frühere Robinsonliste. Die musst du vor jedem Versand abgleichen.
- Du weist auf das Widerspruchsrecht hin. Klar und deutlich, bei der Erhebung und in jeder einzelnen Nachricht. Der Widerspruch muss für den Kunden kostenlos sein.
Fällt einer der vier Punkte weg, brauchst du wieder eine Einwilligung. Beide Gesetze sprechen von elektronischer Post. Darunter fällt neben der E Mail auch die SMS. Gerichte legen die Ausnahme streng aus. Ob sie in deinem Fall greift, lass prüfen. Nimm es nicht einfach an.
Drei Punkte müssen in jeder Nachricht sitzen. Der Absender ist erkennbar. Die Abmeldung funktioniert. Und die Zustimmung ist dokumentiert, mit Zeitpunkt, Quelle und Wortlaut. Wer das sauber aufsetzt, hat bei einer Beschwerde nichts zu befürchten.
Das hier ersetzt keine Rechtsberatung. Bei helleo sind die Opt-in Vorlagen anwaltlich geprüft, die Daten liegen in Deutschland.
Wie eine Massen-SMS aussieht, die funktioniert
160 Zeichen sind wenig. Das ist kein Nachteil. Es zwingt dich zur Klarheit. Vier Regeln haben sich in unseren Kampagnen durchgesetzt.
- Ein Angebot, ein Link, eine Handlung. Zwei Angebote in einer Nachricht halbieren die Klickrate. Sie verdoppeln sie nicht.
- Der Absender steht am Anfang. Deine Kennung steht zwar im Absenderfeld. Der Firmenname im ersten Wort hilft trotzdem.
- Der Zeitpunkt entscheidet mit. Werktags zwischen 10 und 18 Uhr. Nachts oder früh am Sonntag sendet niemand, der wiederkommen will.
- Die Abmeldung gehört rein. Kurz, als Link, ohne Umweg über eine Hotline.
So sieht das aus
Möbel Berger: Nur bis Sonntag 20% auf alle Sofas in der Filiale Linz. Angebot am Handy zeigen: mb.at/x7 Abmelden: mb.at/stop
Das sind 124 Zeichen, also eine Nachricht. Absender klar, Frist gesetzt, ein Link, Abmeldung dabei.
Noch ein praktischer Rat. Schick jede Kampagne zuerst an dich selbst und an zwei Kollegen mit anderen Anbietern. Ein falscher Link fällt dort auf, bevor er 5.000 Menschen erreicht.
RCS als Alternative: dieselbe Liste, deutlich mehr Nachricht
Bevor du deine erste Kampagne planst, schau kurz auf den Kanal daneben. Seit 2024 gibt es einen Nachfolger der SMS. Er läuft auf denselben Nummern und landet in derselben App: RCS, kurz für Rich Communication Services. Standardisiert vom Mobilfunkverband GSMA. Auf Android fest eingebaut, auf dem iPhone seit iOS 18. Deine Kunden brauchen dafür keine App und keine Anmeldung.
Der Unterschied ist der Inhalt. Statt 160 Zeichen Text verschickst du Bilder, Videos, Buttons und Karussells. Dein Name und dein Logo stehen geprüft im Absenderfeld, weil jeder Netzbetreiber den Absender vorher kontrolliert. Und du siehst nach der Kampagne, wer gelesen und wer geklickt hat. Nicht nur, dass zugestellt wurde.
Die Unterschiede im Einzelnen:
- Preis in Österreich: SMS 4,2 Cent, RCS 4,9 bis 5,5 Cent pro Nachricht
- Preis in Deutschland: SMS 6,2 Cent, RCS 7,6 bis 8,5 Cent pro Nachricht
- Inhalt: SMS 160 Zeichen reiner Text, RCS Bilder, Videos, Buttons und Karussells ohne Längenbegrenzung
- Absender: bei SMS eine Kennung, die der Empfänger nicht überprüfen kann, bei RCS ein geprüftes Profil mit Firmenname und Logo
- Messbarkeit: SMS meldet nur die Zustellung, RCS zusätzlich Lesebestätigungen und Klicks
- Reichweite: SMS erreicht jedes Mobiltelefon auch ohne Internet, RCS läuft auf Android nativ und auf dem iPhone ab iOS 18, braucht aber eine Datenverbindung
Der Aufpreis liegt also bei einem bis zwei Cent pro Nachricht. Dafür bekommst du aus derselben Liste eine Nachricht, die zeigt statt beschreibt. Ein Möbelhaus stellt drei Sofas als Karussell nebeneinander. Der Kunde tippt auf "In der Filiale ansehen", statt einen Link zu kopieren. Unsere Kampagnen liegen seit vier Jahren bei rund 40 Prozent Klickrate. Gemessen daran ist dieser eine Cent die günstigste Entscheidung im ganzen Aufbau.
Für Deutschland kommt ein Preismodell dazu, das kaum jemand kennt: Monthly Active User. Du zahlst 22 Cent pro Empfänger und Monat statt pro Nachricht. Danach schreibst du diesem Empfänger, so oft du willst. Ab der vierten Nachricht im Monat liegst du unter dem deutschen SMS Preis. Wer wöchentlich sendet, kommt genau dorthin. Die volle Rechnung steht in unserem Artikel zu den RCS Kosten.
Wo die SMS unschlagbar bleibt: Sie kommt auf jedem Gerät an. Auch ohne Internet. Auch auf einem zehn Jahre alten Tastenhandy. Deshalb heißt die Frage nicht RCS oder SMS. Der Standardaufbau ist RCS zuerst, SMS als Fallback für alle Geräte ohne RCS. So zahlst du den höheren Preis nur dort, wo du auch die bessere Nachricht bekommst. Und verlierst trotzdem keinen einzigen Kontakt. Den ganzen Vergleich findest du in unserem Artikel RCS vs. SMS.
Häufige Fragen
Wie kann ich Massen-SMS versenden?
Über eine Plattform. Du lädst deine Liste hoch, schreibst den Text, wählst Absender und Zeitpunkt und startest die Kampagne. Dafür brauchst du zwei Dinge: eine gültige Zustimmung der Empfänger und einen eingerichteten Absender.
Kann ich Massen-SMS über mein Handy verschicken?
Technisch geht es bis zu einer Handvoll Empfänger. Sinnvoll ist es nicht. Netzbetreiber drosseln oder sperren Nummern, die viele gleiche Nachrichten senden. Dazu fehlen der Absendername, die Abmeldung und der Zustellstatus.
Was kostet der SMS Massenversand?
Abgerechnet wird pro Nachricht. Eine SMS kostet in Österreich 4,2 Cent, in Deutschland 6,2 Cent. Eine Kampagne an 5.000 Kontakte kostet also 210 Euro in Österreich und 310 Euro in Deutschland.
Ist RCS teurer als SMS?
Pro Nachricht ja, aber nur um ein bis zwei Cent. In Österreich liegt RCS bei 4,9 bis 5,5 Cent, in Deutschland bei 7,6 bis 8,5 Cent. In Deutschland gibt es zusätzlich das Modell Monthly Active User: 22 Cent pro Empfänger und Monat. Ab der vierten Nachricht ist RCS damit günstiger als SMS.
Wie viele Zeichen hat eine SMS?
160 Zeichen. Mit Umlauten, Eurozeichen oder Emojis wechselt der Zeichensatz. Dann sind es nur noch 70 Zeichen. Längere Texte werden geteilt und einzeln abgerechnet.
Brauche ich eine Einwilligung für Werbe-SMS?
Ja. In Deutschland nach Paragraf 7 UWG, in Österreich nach Paragraf 174 TKG. Die Zustimmung muss vorher vorliegen und nachweisbar sein. Für Bestandskunden gibt es eine Ausnahme. Sie greift nur, wenn du die Nummer aus einem Verkauf hast, eigene ähnliche Produkte bewirbst, der Kunde nie widersprochen hat und du in jeder Nachricht auf das Widerspruchsrecht hinweist.
Was ist eine Absenderkennung?
Der Name, der beim Empfänger statt einer Nummer im Absenderfeld steht. Maximal elf Zeichen. Eingerichtet wird sie über den Versandpartner. Für den Versand nach Österreich musst du sie seit 2026 zusätzlich anmelden.
Was ändert sich am 1. Oktober 2026 in Österreich?
Ab diesem Tag stellen die österreichischen Netzbetreiber nur noch SMS mit Kennungen zu, die im RTR Register stehen. Alle anderen Nachrichten werden gelöscht. Die Anmeldung läuft über den Versandpartner und dauert mehrere Wochen.
Lohnt sich SMS neben E Mail noch?
Ja, weil beide andere Aufgaben haben. E Mail transportiert lange Inhalte. SMS erreicht Menschen sofort und wird fast immer gelesen. Für kurze, eilige Nachrichten ist SMS bis heute der sicherste Kanal.
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