RCS Business Messaging (RBM)

RCS Business Messaging (RBM) ist die Unternehmensvariante des RCS-Standards. Marken kommunizieren über einen verifizierten Absender, den sogenannten Agent. Im Unterschied zum privaten RCS-Chat wird der Agent vor dem Start geprüft und über eine Plattform mit Zustellberichten und Schnittstellen zu Shop-, CRM- oder Kassensystemen betrieben.

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RCS und RCS Business Messaging werden häufig gleichgesetzt, bezeichnen aber zwei verschiedene Dinge. RCS ist der Standard, der auch zwischen zwei Privatpersonen läuft. RCS Business Messaging ist der Teil davon, über den Unternehmen an Kunden senden – mit verifiziertem Absender, Freigabeverfahren, Zustellberichten und Abrechnung.

Wie RCS Business Messaging funktioniert

Der Agent

Am Anfang steht der Agent: das Absenderprofil, das ein Unternehmen im RCS-Ökosystem repräsentiert. Es trägt Firmenname, Logo, Markenfarbe, eine Beschreibung und Kontaktangaben wie Website und Telefonnummer. Genau dieses Profil sieht der Empfänger oben im Chat.

Bei Google RCS for Business bestätigt ein autorisierter Markenkontakt die Angaben zum Agent und die Berechtigung, ihn für die Marke zu verwalten. Zusätzliche Nachweise können freiwillig eingereicht oder im betreiberabhängigen Prüfprozess verlangt werden. Umfang und Ablauf der Prüfung hängen von Plattform und Netzbetreiber ab – daraus erklärt sich der Vorlauf. Anders als hinter einer frei gesetzten SMS-Kennung steht hinter dem Agent eine geprüfte Absenderidentität.

Versand und Rückkanal

Ist der Agent freigegeben, läuft der Versand über eine Plattform. Sie hält die Kontakte mit ihrem Einwilligungsstatus, prüft vor jeder Aussendung die RCS-Fähigkeit der Nummern, setzt die Nachrichten aus Bausteinen wie Rich Cards, Karussells und Antwortvorschlägen zusammen und übergibt sie an die Netzbetreiber. Nicht erreichbare Nummern gehen als SMS hinaus.

Zurück kommen Ereignisse: zugestellt, gelesen, Schaltfläche geklickt, geantwortet. Über eine Schnittstelle lassen sich Nachrichten nicht nur manuell starten, sondern auch durch Vorgänge in anderen Systemen auslösen – eine Bestellung im Shop, ein Statuswechsel im CRM, ein Termin im Kalender. Umgekehrt fließen Antworten und Klicks in diese Systeme zurück.

Ein oft übersehener Punkt: Der Agent ist nicht nur Absender, sondern auch Empfänger. Antworten auf eine Kampagne landen in der Plattform und bleiben dort sichtbar stehen, solange sie niemand bearbeitet.

RBM, privater RCS-Chat und SMS-Massenversand im Vergleich

Absender: Der private RCS-Chat läuft über eine Privatperson, RCS Business Messaging über einen verifizierten Agent mit Logo, der SMS-Massenversand über eine Nummer oder Buchstabenkennung.

Freigabe: Der private Chat braucht keine, RCS Business Messaging einen betreiberabhängigen Prüfprozess, der SMS-Massenversand eine Absenderkennung je Markt.

Inhalte: Der private Chat trägt Bild, Video und Text, RCS Business Messaging Rich Cards, Karussell und Schaltflächen, der SMS-Massenversand Text und Link.

Auswertung: Der private Chat liefert keine Auswertung für Dritte, RCS Business Messaging Zustellung, Lesen und Klick je Schaltfläche, der SMS-Massenversand nur die Zustellung.

Integration: Der private Chat kennt keine, RCS Business Messaging bindet Schnittstellen zu Shop, CRM und Kasse an, der SMS-Massenversand arbeitet mit Listenimport.

Einstieg: Der private Chat ist sofort nutzbar, RCS Business Messaging braucht Vorlauf durch die Agent-Verifizierung, der SMS-Massenversand ist kurzfristig möglich.

Der Start ist damit aufwendiger als bei einem SMS-Versand. Der SMS-Massenversand bleibt daneben bestehen – als Ausweichweg, nicht als Alternative.

Voraussetzungen und Grenzen

Nach den Regeln von Google RCS for Business dürfen Unternehmen nur Personen anschreiben, die ausdrücklich in den Empfang ihrer Nachrichten eingewilligt haben. Die Verifizierung des Agents und das Opt-in sind getrennte Voraussetzungen.

Der Agent ist vor der ersten Kampagne freizugeben. Welche Angaben und Nachweise dafür einzureichen sind, gibt der jeweilige Prüfprozess vor.

Der Prüfprozess ist betreiberabhängig. Eine erteilte Freigabe gilt nicht ohne Weiteres für jeden Zielmarkt.

Die Datenwege gehören vorab geklärt: Welches System hält die Kontakte, wo liegt der Einwilligungsstatus, wohin fließt eine Abmeldung. Ein Opt-out, das nur in der Versandplattform ankommt, wirkt in Shop und Kasse nicht.

Der Kanal erzeugt Rückläufe. Ohne zuständige Stelle bleiben Antworten unbeantwortet – im Chatverlauf sichtbarer als in einem Postfach.

Das Profil bleibt pflegebedürftig: Geänderte Nummer, neues Logo, andere Website sind für Empfänger unmittelbar sichtbar.

Wie sich RBM neben SMS und Messenger-Kanälen einordnet, zeigt die Übersicht der RCS-Kanäle.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen RCS und RCS Business Messaging?

RCS ist der Standard, der auch zwischen Privatpersonen läuft. RCS Business Messaging bezeichnet den Teil davon, über den Unternehmen an Kunden senden – mit verifiziertem Absender, Freigabeverfahren, Zustellberichten und Abrechnung.

Was ist ein RCS-Agent?

Der Agent ist das Absenderprofil eines Unternehmens im RCS-Ökosystem. Es trägt Firmenname, Logo, Markenfarbe, Beschreibung und Kontaktangaben und erscheint beim Empfänger oben im Chat. Vor dem ersten Versand durchläuft es ein Freigabeverfahren.

Wie läuft die Freigabe eines Agents ab?

Bei Google RCS for Business bestätigt ein autorisierter Markenkontakt die Angaben zum Agent und die Berechtigung, ihn für die Marke zu verwalten. Zusätzliche Nachweise können freiwillig eingereicht oder im betreiberabhängigen Prüfprozess verlangt werden. Umfang und Ablauf der Prüfung hängen von Plattform und Netzbetreiber ab; eine erteilte Freigabe gilt nicht ohne Weiteres für jeden Zielmarkt.

Lässt sich RBM an Shop oder CRM anbinden?

Ja. Über eine Schnittstelle lassen sich Nachrichten durch Vorgänge in anderen Systemen auslösen – eine Bestellung, ein Statuswechsel, ein anstehender Termin. Antworten und Klicks fließen umgekehrt in diese Systeme zurück.

Ersetzt ein verifizierter Agent das Opt-in?

Ein freigegebener Agent bestätigt die geprüfte Absenderidentität. Er berechtigt nicht dazu, Werbenachrichten ohne das nach den Plattformregeln und dem anwendbaren Recht erforderliche Opt-in zu versenden.

Nach den Regeln von Google RCS for Business dürfen Unternehmen nur Personen anschreiben, die ausdrücklich in den Empfang ihrer Nachrichten eingewilligt haben. Die Verifizierung des Agents und das Opt-in sind getrennte Voraussetzungen.

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August 10, 2026